Verkehrsunfall - Was nun?

Verkehrsunfall – Was nun?

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Burnt car on truckWer Auto fährt, muss einkalkulieren, dass er in einen Verkehrsunfall verwickelt wird. Ein Verkehrsunfall ist ein autoimmanentes Betriebsrisiko. Es gibt kein Recht auf ein zeitlebens unfallfreies Fahren. Ist ein Verkehrsunfall passiert, sollten Sie wissen, auf was es jetzt ankommt. Es geht um Ihr Geld.

Brauchen Sie einen Rechtsanwalt?

Haben Sie den Verkehrsunfall selbst verursacht, gilt es, unbegründete oder überzogene Schadensersatzansprüche des Geschädigten abzuwehren. Sind Sie selbst geschädigt, gilt es, Ihre Schadensersatzansprüche vollständig und effektiv durchzusetzen. Angesichts der Komplexität des Verkehrsrechts und der Vielgestaltigkeit der Rechtsprechung wird kaum mehr ein Verkehrsunfall ohne die Einbeziehung von Rechtsanwälten  abgewickelt. Vor allem dann, wenn die Gegenseite anwaltlich vertreten ist, brauchen Sie aus Gründen der Waffengleichheit einen eigenen Rechtsvertreter.

Kennen Sie Ihre Rechte als Geschädigter nach einem Verkehrsunfall?

Ihnen steht Schadensersatz zu, wenn der Gegner den Verkehrsunfall verschuldet hat oder wegen der Betriebsgefahr seines Fahrzeuges in der Haftung steht. Dabei müssen Sie sich wegen der Betriebsgefahr Ihres eigenen Fahrzeuges unter Umständen ein gewisses Mitverschulden anrechnen lassen (Fahren ohne Gurt). Auf der Schädigerseite ist neben dem Fahrer auch der Halter des Fahrzeuges verantwortlich. Es steht Ihnen als Geschädigter frei, nach einem Verkehrsunfall einen Sachverständigen Ihrer Wahl zur Beweissicherung und Feststellung von Schadenumfang und Schadenhöhe zu beauftragen. Der Unfallgegner muss die Kosten für das Sachverständigengutachten erstatten. Bei Bagatellschäden bis ca. 750 €  genügt als Schadennachweis meist der Kostenvoranschlag der Reparaturwerkstatt.  Die Beweissicherung nach einem Verkehrsunfall ist ein entscheidender Faktor. Nur so ist gewährleistet, dass der Unfallschaden vollständig erfasst, beseitigt und abgerechnet werden kann. Vor allem ist die Beweissicherung maßgeblich, wenn über den Schadenhergang oder den Reparaturvorgang Streit entsteht. Das Gutachten stellt auch die unfallbedingte Ausfallzeit Ihres Fahrzeuges fest.  Danach berechnen sich Ersatzansprüche für einen Mietwagen oder eine Nutzungsausfallentschädigung. Es steht Ihnen frei, Ihren Schaden nach einem Verkehrsunfall auf Gutachtenbasis abzurechnen. Sie brauchen das Fahrzeug nicht reparieren zu lassen und können sich die Reparaturkosten erstatten lassen. Auch haben Sie das Recht, Ihr Fahrzeug in eine von Ihnen ausgewählte Werkstatt Ihres Vertrauens zur Reparatur zu geben.

Kennen Sie ihre Pflichten gegenüber der Versicherung?

Sie müssen Ihre eigene Versicherung möglichst umgehend, spätestens  innerhalb einer Woche nach dem Verkehrsunfall schriftlich informieren. Den Ihnen zugesandten Fragebogen müssen Sie wahrheitsgemäß beantworten. Auch sollten Sie die Versicherung Ihres Unfallgegners informieren. Je nach Situation müssen Sie auch Ihre Krankenversicherung, bei Arbeitsunfällen die Berufsgenossenschaft, bei der Verletzung von Insassen die Insassenunfallversicherung und natürlich Ihre Rechtsschutzversicherung informieren.

Verzichten Sie nicht auf anwaltliche Beratung

Bei schwerwiegenden Verkehrsunfällen mit Personenschäden oder hohen Sachschäden sowie  bei schwierig überschaubaren Situationen (unklare Schuldfrage), sollten Sie sich unbedingt anwaltlich beraten lassen. Gleiches gilt, wenn Sie bei einem Verkehrsunfall mit strafrechtlichen Sanktionen (Führerscheinentzug) rechnen müssen. Die gegnerische Versicherung muss  Ihre Kosten zur Durchsetzung zivilrechtlicher Ansprüche erstatten, soweit sich die Ansprüche als berechtigt erweisen.  Auch wenn ein  Ausländer in den Verkehrsunfall verwickelt war, ist anwaltliche Beratung zweckmäßig. Die Abwicklung läuft dann über eine Zentralstelle der Versicherungswirtschaft. Gleiches gilt, wenn der Beteiligte des Verkehrsunfalls unbekannt ist, Unfallflucht begangen hat oder dessen Fahrzeug nicht versichert war. Wichtig ist, zu wissen, dass nur ein von Ihnen beauftragter Rechtsanwalt nach einem Verkehrsunfall berechtigt ist,  Einsicht in die polizeiliche Unfallakte zu nehmen. Danach richtet sich Ihre Anspruchsgestaltung als Geschädigter oder Ihre Verteidigung als Schädiger bei einem Verkehrsunfall.

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