Reisemaengel - Richtig reklamieren!

Reisemängel – Richtig reklamieren!

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international money euro banknotes and coinsNicht jeder Urlaub ist der Höhepunkt des Jahres. Reisemängel verderben manche Urlaubsfreude. Das Hotelzimmer verfügt nicht über den vereinbarten Meerblick, dass Morgenbuffet ist regelmäßig um 7 Uhr abgeräumt und der im Urlaubsprospekt werbeträchtig angepriesene Sandstrand entpuppt sich als Müllhalde. Dann gilt es, Reisemängel richtig zu reklamieren. Fehler potenzieren den Frust zusätzlich. Derjenige, der beim Reiseveranstalter eine Pauschalreise bucht, hat den Vorteil, dass er den Schutz des Reisevertragsrechts genießt.

 

Er braucht sich dann nur mit dem Reiseveranstalter als seinem direkten Vertragspartner auseinandersetzen. Der Reiseveranstalter haftet für die Unzulänglichkeiten seiner Leistungsträger (Hotelier, Fluggesellschaft). Wer hingegen eine einzelne Reiseleistung gebucht hat, muss sich direkt an den Leistungsträger wenden und reklamieren. Residiert dieser im Ausland, ist die Rechtsdurchsetzung ausgesprochen problematisch. Der Pauschalreisende jedoch kann die Gewährleistungsrechte des Pauschalreiserechts geltend machen.  Doch auch diese Bestimmungen haben ihre Tücken. Viele Reklamationen scheitern an formalen Voraussetzungen oder überzogenen Erwartungen. Eine frühzeitige anwaltliche Beratung kann manchen Frust vermeiden.

Wer Reisemängel beanstandet, muss bereits am Urlaubsort reklamieren

Der Urlauber muss Reisemängel direkt am Urlaubsort reklamieren. Keinesfalls darf er zuwarten, bis er die Reise beendet hat. Er muss dem Reiseveranstalter in der Person des jeweiligen Leistungsträgers die Gelegenheit geben, den Reisemangel zu beseitigen. Der Reisende hat ein Abhilferecht, der Reiseveranstalter hat eine Abhilfepflicht. Wird der Reisemangel nicht beseitigt, darf der Reisende den Reisepreis mindern und kann einen angemessenen Teil des Reisepreises vom Reiseveranstalter zurückfordern. Die Minderungsquote ist Gegenstand tausender Gerichtsentscheidungen. Die zur Orientierung oft zitierte „Frankfurter Tabelle“ führt den Laien mit den darin bezeichneten einschlägigen Gerichtsentscheidungen zu Reisemängeln oft auf den falschen Weg, da der Reisende die rechtlichen Gegebenheiten kaum zuverlässig ohne anwaltliche Unterstützung einschätzen kann. Erweisen sich Reisemängel als derart schwerwiegend (gebuchtes Hotelzimmer ist nicht verfügbar), dass dem Reisenden die Fortsetzung der Urlaubsreise nicht zugemutet werden kann, darf er den Reisevertrag nach einer ultimativen Aufforderung an den Reiseveranstalter zur Abhilfe fristlos kündigen. Sofern der Reiseveranstalter die Reisemängel verschuldet hat, muss er zusätzlich Schadensersatz leisten. Schadensersatz kann darin bestehen, dass er dem Reisenden die Mehrkosten für eine alternative Unterbringung oder zusätzliche Reisekosten erstatten muss. Als Schadenersatz kommt auch ein Anspruch wegen entgangener Urlaubsfreude in Betracht. Als weitere Besonderheit regelt das Reisevertragsrecht die Kündigung wegen höherer Gewalt. Hier werden Fälle erfasst, in denen die Reise oder der Reiseverlauf infolge unvorhersehbarer und unvermeidbarer Gegebenheiten erheblich beeinträchtigt wird (Streit, Unwetter, Bürgerkrieg).

Nach der Urlaubsrückkehr gilt es, weiteren Ärger zu vermeiden

Ist der Reisende wieder zuhause, muss er umgehend tätig werden. Reisemängel sind über die Beanstandung am Urlaubsort hinaus zusätzlich innerhalb eines Monats gegenüber dem Reiseveranstalter richtig zu reklamieren. Da diese Frist eine Ausschlussfrist ist, kommt es entscheidend auf die Fristberechnung an. Außerdem muss er die Reisemängel konkret und nachweisbar belegen. „Meckern“ genügt nicht. Auch wer Reisemängel richtig reklamiert, muss damit rechnen, dass der Reiseveranstalter seine Beanstandungen mit einem Standardbrief beantwortet oder mit einem minimalen Vergleichsangebot zu bereinigen versucht. Als weitere Frist muss er auch noch die Verjährungsfrist beachten. Reisemängel verjähren in zwei Jahren, sofern der Reiseveranstalter die Verjährungsfrist in seinen AGB nicht herabgesetzt hat. In Anbetracht all dieser rechtlichen Gegebenheiten ist das Reisevertragsrecht für den juristischen Laien eine schwer greifbare Materie. Reisemängel richtig reklamieren setzt gewisse Rechtskenntnisse voraus.

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