Reise stornieren – Wie lassen sich Kosten vermeiden? Was sollten Sie wissen?

Reise stornieren – Wie lassen sich Kosten vermeiden? Was sollten Sie wissen?

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Eine Reise stornieren ist einfach. Dafür braucht es weder Gründe noch Fristen. Über die Konsequenzen sollte man sich aber im Klaren sein. Dieser Beitrag informiert …

 

 

 

 

 

• Hat es Konsequenzen eine Reise zu stornieren?
• Was sollten Sie unbedingt wissen?
• Fallen Stornokosten an?
• Gibt es Möglichkeiten die Rücktrittskosten gering zu halten?

Wo liegt das Problem?

Die Buchung einer Pauschalreise begründet einen Pauschalreisevertrag. Auch die Buchung einer Ferienwohnung bei einem Veranstalter kann als Pauschalreisevertrag bewertet werden. Der Reiseveranstalter verpflichtet sich, die vereinbarten Reiseleistungen zu erbringen, der Reisende verpflichtet sich, den Reisepreis zu bezahlen. Tritt der Reisende die Reise nicht an, verhält er sich vertragsbrüchig. Da der Veranstalter die Reise organisatorisch vorbereitet hat und gegenüber seinen Leistungsträger selbst vertraglich verpflichtet ist, muss der Reisende den durch seinen Reiserücktritt begründeten Schaden bezahlen. Soll der Schaden eingegrenzt werden, kann anwaltlicher Rat empfehlenswert sein. Manche vielleicht unüberlegte Reisestornierung provoziert zusätzliche, oft vermeidbare Kosten.

 

Fakten zur Stornierung = Reiserücktritt = Reise stornieren

 

Voraussetzungen: Keine. Die „Reise stornieren“ bezeichnet das Gesetz als Reiserücktritt (§ 651i I BGB). Der Reisende kann jederzeit aus eigenem Ermessen die Reise stornieren.
Gründe: Die Reise stornieren erfordert keine sachlichen Gründe. Es genügt die Erklärung, zurückzutreten. Der Reiserücktritt aus eigener Entscheidung ist gegenüber der Kündigung wegen erheblicher Reisemängel oder wegen höherer Gewalt abzugrenzen. Diese Fälle regelt das Gesetz in §§ 651e, j BGB eigenständig.

Frist: Keine. Der Reiserücktritt ist jederzeit möglich, auch am Tage des Reiseantritts.

Form: Formlos. Die Rücktrittserklärung ist an den Reiseveranstalter zu richten (siehe Reise-AGB). Idealerweise erfolgt die Erklärung aus Nachweisgründen schriftlich per Post, vorab per email oder Telefon.

Konsequenzen: Der Reiseveranstalter verliert formal den Anspruch auf den vereinbarten Reisepreis. Er kann stattdessen eine angemessene Entschädigung verlangen.

Wie ist das mit den Stornokosten?

Der Reiseveranstalter berechnet seine infolge des Reiserücktritts begründete Entschädigung regelmäßig als feste Stornopauschale in den Reise-AGB. Die Stornopauschale richtet sich nach der Art der Reise (Flugreise, Ferienwohnung-Buchung) und dem Zeitraum zwischen Reisebeginn und Reiserücktritt. Je später der Reisende zurücktritt bzw. je näher der Tag des Reiseantritts liegt, desto höher fällt die Stornopauschale aus. Grund ist, dass der Reiseveranstalter immer weniger die Chance hat, den gebuchten Platz anderweitig zu verkaufen und seinen Schaden gering zu halten. Schließlich bleibt er gegenüber den Leistungsträgern selbst zahlungspflichtig.

Der Reiserücktritt bis ci. 30 Tage vor Reisebeginn rechtfertigt in der Regel eine Stornopauschale von 20 % des Reisepreises. Bei Reiserücktritt bis ci. 6 Tage vorher fallen meist ci. 60 % und bei Nichtantritt der Reise ohne Reiserücktrittserklärung bis zu ci. 90 % an. In jedem Fall muss der Veranstalter berücksichtigen, dass er „Aufwendungen erspart“. Diese können z.B. darin bestehen, dass keine Verpflegungskosten anfallen. Die AGB müssen dem Reisenden den Nachweis offenhalten, dass der tatsächliche Schaden geringer ist. Dies kann der Fall,  wenn der Reiseveranstalter vom Leistungsträger eine Gutschrift erhält oder den Reiseplatz weiterverkaufen kann. Für diese Umstände ist der Reisende jedoch beweispflichtig. Die bloße Auskunft im Hotel, man sei ausgebucht, genügt dafür nicht.

Welche Möglichkeiten gibt es, die Rücktrittskosten zu reduzieren?

Reiserücktrittskostenversicherung: Die Versicherung bietet keinen Allroundschutz. Sie übernimmt unter Berücksichtigung eines vereinbarten Selbstbehalts (z.B. 150 €) die Stornokosten nur, wenn ein versicherter Rücktrittsgrund vorliegt. Sie kann auch nur bis spätestens ci. 14 Tage vor Reiseantritt abgeschlossen werden. Versicherte Ereignisse sind der Tod, ein schwerer Unfall mit Personenschaden oder eine unerwartet schwere Erkrankung des Versicherten oder eines nahen Angehörigen, ferner Impfunverträglichkeit, Schwangerschaft, Verlust des Arbeitsplatzes oder erhebliche Schäden am Eigentum durch Brand oder Einbruch. In jedem Fall muss das Ereignis so schwerwiegend sein, dass der Reiseantritt unzumutbar wäre.

Umbuchung: Es besteht kein Anspruch, umzubuchen. In den AGB nennt der Veranstalter meist Umbuchungsfristen, innerhalb derer außer einer Bearbeitungsgebühr keine Kosten anfallen. Außerhalb der Fristen kann der Reisende die Reise nur stornieren und gleichzeitig gegen Zahlung einer Bearbeitungsgebühr neu buchen.

Ersatzperson: Statt die Reise zu stornieren, kann der Reisende einen Ersatzreisenden benennen. Voraussetzung ist, dass dieser reisetauglich ist (Visum, Impfung, Gesundheit, körperliche Konstitution bei Trekkingreise) und der Veranstalter so rechtzeitig informiert wird, dass er die organisatorischen Voraussetzungen  treffen kann (Umschreibung der Reisepapiere, Information der Leistungsträger). Der Veranstalter kann Umbuchungsmehrkosten als Pauschale (z.B. ci. 50  €) berechnen.

Kündigung des Reisevertrages: Erweist sich die Reise bereits vor Reiseantritt als mangelhaft (z.B. gebuchte renommierte Fluggesellschaft wird durch eine Billigairline ausgetauscht), kommt die Kündigung wegen eines erheblichen Reisemangels in Betracht.

 

Geld zurück bei Flugverspätung oder Flugausfall

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