Rechtliche Fragen rund um die Postzustellung

Rechtliche Fragen rund um die Postzustellung

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Die Postzustellung läuft leider nicht immer reibungslos ab. Wenn ein Paket zugestellt werden soll, es aber von dem Empfänger nicht angenommen werden kann, wird es oft bei einem Nachbarn abgegeben. Dies nennt man Ersatzzustellung und ist in den AGB der meisten Paketzusteller festgehalten. Allerdings ist diese Regelung nicht rechtswirksam, dies wurde bereits von mehreren Oberlandesgerichten bestätigt.

 

Paketabgabe bei einem Nachbarn

Selbstverständlich ist man nicht dazu verpflichtet für einen Nachbarn ein Paket anzunehmen. Wenn man es allerdings in Empfang nimmt, ist man auch dafür verantwortlich, es dem Empfänger zukommen zu lassen.
Als Empfänger kann es aber auch passieren, dass ein Anwohner ein Paket angenommen hat, dieses aber nicht abliefert. Sofern man über eine Zustellbenachrichtigung, die bei einer Ersatzzustellung in den Briefkasten des Versenders gelegt wird, verfügt, kann man selbst sein Paket bei dem Nachbarn abholen. Die meisten Paketzusteller verfügen über eine Hotline, dort erhält man Informationen über die Zustellung, falls diese auf der Auslieferungsbenachrichtigung nicht ersichtlich oder falsch sind.
Sofern das Paket nicht den richtigen Empfänger erreicht, ist der Lieferant dazu verpflichtet den Kaufpreis zurückzuzahlen.
Möchte man vermeiden, dass ein Paket bei einem Nachbarn abgegeben wird, kann man dies speziell mit dem Versender vereinbaren. Dieser kann eine eigenhändige Zustellung bei dem Paketzusteller festlegen. Das bedeutet, ein Paket darf nur bei dem Empfänger und falls das nicht möglich ist, in einer Filiale des Zustellers abgegeben werden.

Entwendete und beschädigte Pakete nach der Zustellung

Aus den AGB der Paketzusteller ist es ersichtlich, dass es eindeutig nicht gestattet ist, ein Paket vor der Haustür abzulegen, sofern es nicht an den Empfänger ausgeliefert werden kann. Eine Ausnahme bildet eine besondere Vereinbarung zwischen dem Versender und Empfänger. In dieser wird ein spezieller Ort zur Ablage des Pakets festgelegt.
Sollte ein Paketzusteller ein Paket vor der Tür abgelegt haben und dieses wurde geklaut oder ist aus anderen Gründen nicht mehr auffindbar, muss der Händler für den Verlust des Paketes aufkommen und den Kaufpreis erstatten.
Erhält man eine beschädigte Sendung greift die gesetzliche Gewährleistungsfrist. Der Händler ist dazu verpflichtet innerhalb der ersten sechs Monate die beschädigte Lieferung zurückzunehmen und den Kaufpreis zu ersetzen. Kürzere Rügefristen sind in der Regel nicht rechtswirksam. Die Gewährleistungsfrist beträgt zwei Jahre. Nach Ablauf der ersten sechs Monate ist der Empfänger allerdings dazu verpflichtet zu beweisen, dass die Beschädigung schon bei der Übergabe vorhanden gewesen ist. Offensichtliche Beschädigungen bei der Übergabe eines Paketes sind mit dem Zusteller als Zeugen festzuhalten.

Abhandenkommen eines Paketes auf dem Transportweg

Sollte ein Paket auf dem Weg vom Versender zum Empfänger verloren gehen und nicht ankommen, ist der Händler dazu verpflichtet, den Kaufpreis zurückzuerstatten. Sofern die Lieferung noch nicht bezahlt wurde, entfällt die Forderung.
Jedem Kunden steht in der Regel ein 14-tägiges Widerrufsrecht zu. Nimmt er dieses in Anspruch, aber die Rücksendung kommt auf dem Transportweg abhanden oder wird beschädigt, muss der Verkäufer trotzdem den Kaufpreis erstatten. Allerdings muss der Versender beweisen, dass das Paket auch tatsächlich abgeschickt wurde. Zum Beispiel durch einen Zeugen oder einen Einlieferungsbeleg des Paketzustellers. Zudem ist der Versender dazu verpflichtet, die Ware fachgerecht und sicher zu verpacken. Am besten in der vorhandenen Originalverpackung. Tut er dies nicht, ist er zum Schadensersatz verpflichtet.

Dieser Artikel entstand in freundlicher Kooperation mit www.ziegler-metall.de

Bildquelle: © pixabay.com

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