Trennung – Gehen oder bleiben?

Trennung – Gehen oder bleiben?

Veröffentlicht am

Woman signing a paperRichard Burton und Liz Taylor waren ein ausgesprochen schlechtes Beispiel, um den Tatbestand einer „Trennung“ vorzuleben.  Sie gelten als das „glamouröseste Hollywood-Paar der Filmgeschichte“. Sie trennten sich, zogen aus ihren gemeinsamen Wohnungen aus, zogen ein, heirateten erneut und trennten sich. Jede Trennung markiert eine Zäsur in der Ehe. Sie ist die Konsequenz, wenn sich Ehepaare auseinandergelebt haben. Für manchen Partner führt sie zu einem bösen Erwachen und mündet letztlich in der Scheidung.

Trennung muss im Scheidungsverfahren nachgewiesen werden

Zwar ist die Trennung ein Indiz dafür, dass die Beziehung im Lebensalltag nicht mehr funktioniert und das Beziehungsverhältnis der Partner tiefgreifend gestört ist. Doch nicht jeder oberflächliche Streit wird dieser Voraussetzung gerecht. Das Gesetz fordert deshalb, dass die Trennung die häusliche Gemeinschaft tatsächlich aufhebt und zumindest einer der Ehepartner sie ablehnt und auch nicht mehr herstellen möchte. Das Familiengericht prüft  den Scheidungsantrag deshalb insbesondere auch dahingehend, ob derjenige, der die Scheidung beantragt, die Trennung dokumentieren kann. Auf diesem Weg passieren viele Fehler, da mancher Scheidungswillige den Rechtsbegriff der Trennung völlig unterschätzt. Insoweit ist die vorzeitige anwaltliche Beratung sinnvoll. Auch eine Scheidung will strategisch vorbereitet sein. Nur mit der richtigen Strategie lässt sich ein befriedigendes Ergebnis erreichen. Hat Richter Zweifel an der Trennung der Ehepartner, kann er den Scheidungsantrag zurückweisen.

Was bedeutet „Trennung“? Wie funktioniert sie?

Um nachzuweisen, dass die Ehe gescheitert ist, müssen die Ehepartner mindestens ein Jahr voneinander getrennt gelebt haben. Dazu muss im Regelfall die räumliche Trennung dokumentiert werden. In der Praxis ist dies nicht immer ganz einfach. Im Idealfall zieht ein Partner aus der Wohnung aus und begründet einen eigenen Haushalt. Häufig fehlt aber das Geld, um zwei Wohnungen zu unterhalten. Deshalb ermöglicht das Gesetz ein Getrenntleben auch innerhalb der ehelichen Wohnung. Die Trennung kann dann insoweit vollzogen werden, als zwischen den Ehepartnern objektiv keine häusliche Gemeinschaft mehr besteht und subjektiv mindestens ein Ehegatte diese auch nicht mehr herstellen will. Innerhalb der Wohnung ist dies nur möglich, wenn die Räumlichkeiten zwischen den Ehepartner aufgeteilt werden. Gemeinschaftsräume (Bad, Küche) können von beiden genutzt werden. Entscheidend ist die tatsächliche Trennung von Tisch und Bett. Die Ehepartner dürfen keinen gemeinsamen Haushalt mehr führen.  Wenn einer den anderen mit versorgt oder beide eine gemeinsame Haushaltskasse unterhalten, wird der Familienrichter erhebliche Zweifel an der Trennung hegen. Eine Trennung verhindert aber keinen Aussöhnungsversuch. Wer versucht, sich zu versöhnen, braucht nicht zu befürchten, dass die laufende Frist des Trennungsjahres unterbrochen wird. Scheitert die Versöhnung, wird so getan, als ob die Partner nicht zusammengelebt hätten. Wer sicher gehen möchte, dass er in der Zeit der Trennung nichts tut, was die Scheidung blockiert, sollte sich anwaltlich beraten lassen. Im Idealfall wird ein Fachanwalt für Familienrecht zu Rate gezogen. Die frühzeitige anwaltliche Beratung empfiehlt sich auch aus dem Gesichtspunkt heraus, dass sich Ehepartner im Scheidungsverfahren ohnehin anwaltlich vertreten lassen müssen. Für das nach der Trennung anlaufende Scheidungsverfahren besteht Anwaltszwang.

Jetzt Fachanwalt für Familienrecht kontaktieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Zur Jurato Website