Elternzeit - Die schoenste Zeit!

Elternzeit – Die schönste Zeit!

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Kinder sind etwas Schönes. Vor allem, wenn sie jung sind. Mit der Elternzeit erkennt der Gesetzgeber an, dass Kinder in den ersten Lebensjahren der individuellen Betreuung bedürfen. Diese ist nur möglich, wenn der Arbeitnehmer in seiner Lebens- und Arbeitsgestaltung flexibel ist. Muss er hingegen den Verlust seines Arbeitsplatzes befürchten, fällt die Entscheidung für das Kind schwer. Mit der Elternzeit sollen sich beide Elternteile der Betreuung des Kindes, andererseits aber auch ihrem Beruf widmen können, ohne befürchten zu müssen, auf die gemeinsame Zeit mit ihrem Baby verzichten zu müssen oder ihre berufliche Zukunft zu gefährden.

Die Elternzeit ermöglicht es Müttern im Anschluss an die Mutterschutzfrist (Väter ab der Geburt) bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes eine berufliche Auszeit zu nehmen. Während der Elternzeit ruht das Arbeitsverhältnis. Ab dem Zeitpunkt der Beantragung der Elternzeit (bzw. höchstens acht Wochen vor Beginn der Elternzeit), kann der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis nicht mehr kündigen. Für die Dauer der Elternzeit kann der Arbeitgeber eine Ersatzkraft befristet einstellen. Nach dem Ende der Elternzeit hat der Arbeitnehmer Anspruch darauf, wieder an seinem arbeitsvertraglich geschuldeten Arbeitsplatz beschäftigt zu werden. Ein Anspruch auf Rückkehr an den früheren Arbeitsplatz hängt aber vom Inhalt des Arbeitsvertrages ab.  Je genauer der Tätigkeitsbereich definiert ist, desto weiter muss das Direktionsrecht des Arbeitgebers zurücktreten.

Vorteil: Elternzeit ist flexibel gestaltbar

Die Elternzeit ist besonders flexibel ausgestaltet. So kann die Elternzeit ganz oder teilweise von einem Elternteil allein oder von beiden Elternteilen gemeinsam in Anspruch genommen werden. Die Elternzeit wird für jeden Elternteil unabhängig voneinander betrachtet. Sind beide Eltern berufstätig, können sie frei entscheiden, wer von ihnen Elternzeit nimmt und für welchen Zeitraum Elternzeit genommen wird. Sie können die Elternzeit untereinander aufteilen und sich abwechseln. Außerdem können 12 Monate der Elternzeit ab der Vollendung des dritten Lebensjahres bis zur Vollendung des achten Lebensjahres des Kindes übertragen werden. Bei Zwillingsgeburten kann die Elternzeit für ein Elternteil sogar auf bis zu fünf Jahre ausgedehnt werden. Nach Ablauf der Elternzeit besteht die Möglichkeit, nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz unter bestimmten Voraussetzungen die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit zu verringern oder individuell aufzuteilen.

Vorteil: Keinen völligen Arbeitsverzicht

Auch in der Elternzeit brauchen die Eltern nicht auf ihre Erwerbstätigkeit zu verzichten. Während der Elternzeit darf jeder Elternteil bis zu 30 Wochenstunden bei einem anderen Arbeitgeber erwerbstätig sein. Befinden sich beide Elternteile gemeinsam in Elternzeit, können beide jeweils bis zu 30 Wochenstunden arbeiten. Einer Teilzeitarbeit bei einem anderen Arbeitgeber oder einer selbstständigen Tätigkeit muss der bisherige Arbeitgeber jedoch zustimmen. Ablehnen kann er den Wunsch nur binnen vier Wochen aus dringenden betrieblichen Gründen.
Gleichermaßen kann beim bisherigen Arbeitgeber auch eine Verringerung der Arbeitszeit und eine auf die Situation abgestimmte Ausgestaltung der Arbeitszeit beantragt werden. Wird mit dem Arbeitgeber keine Einigung erreicht, besteht ein Rechtsanspruch auf geringere Arbeitszeit, sofern der Arbeitgeber mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt, das Arbeitsverhältnis länger als 6 Monate bestanden hat, die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit für mindestens zwei Monate auf 15 bis 30 Wochenstunden verringert werden soll und dem Anspruch keine dringenden betrieblichen Gründe entgegenstehen.

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