Mobbing - Wer mobbt, riskiert Ärger!

Mobbing – Wer mobbt, riskiert Ärger!

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Mobbing at workMobbing am Arbeitsplatz ruiniert jede Motivation. Der Arbeitnehmer leidet, das Betriebsklima ist desolat. Der Arbeitgeber riskiert Schadenersatz zahlen zu müssen. Aufgrund seiner arbeitsvertraglichen Treuepflicht ist der Arbeitgeber verpflichtet, seine Betriebs- und Arbeitsstrukturen so zu organisieren, dass seine Mitarbeiter ihre Arbeitsleistung ungehindert erbringen können.

 

 

Mobbing erfordert Schikaneabsichten

Früher wurde Mobbing nur anerkannt, wenn eine eindeutige „Schikaneabsicht“ nachzuweisen war. Wer sich in einer solchen Situation fühlt, sollte sich wegen der rechtlichen Möglichkeiten frühzeitig anwaltlich beraten lassen.Die Nachweispflicht schikanösen Verhaltens war natürlich problematisch. Die Rechtsprechung hat diese mittlerweile entschärft. Zunächst wurde klargestellt, dass Mobbing nur bei systematischem Schikanieren, Anfeinden oder Diskriminierung durch Kollegen oder Vorgesetzte vorliegt. Nicht jede überzogene oder vielleicht auch berechtigte Kritik durch Kollegen oder Arbeitgeber ist gleich als Mobbing zu bewerten. Maßgebend ist nicht der einzelne Vorfall. Vielmehr kommt es auf die Gesamtschau mehrerer Vorfälle an, die in ihrer Tendenz ein schickanöses Verhalten erkennen lassen. Allein das subjektive Empfinden oder eine vergleichsweise niedrige Toleranzgrenze eines Menschen, ist kein Maßstab. Vielmehr ist auf das Durchschnittsempfinden eines verständigen Mitarbeiters abzustellen. Gerade im Arbeitsleben, in dem Konkurrenzdruck, Leistungsdruck und oft auch persönliche Probleme der Mitarbeiter untereinander eine Rolle spielen, ist es schwierig, eine als „Mobbing“ empfundene Situation wirklichkeitsgetreu und fair zu erfassen.

Arbeitgeber riskieren Schadensersatz

Kann ein Arbeitnehmer Mobbinghandlungen nachweisen, ist der Arbeitgeber sein Ansprechpartner. Der Arbeitgeber darf selbst nicht aktiv mobben. Er darf aber auch nicht passiv duldend mobben lassen. Er muss Abhilfe schaffen. Notfalls ist ein mobbender Kollege abzumahnen und ihm im Extremfall die Kündigung auszusprechen. Die Entlassung des Mobbers kann der betroffene Arbeitnehmer allerdings nicht einfordern. Ein Druckmittel besteht insofern, als der Arbeitgeber schadensersatzpflichtig ist und dem Mobbingopfer wegen der Verletzung seines Persönlichkeitsrechts unter Umständen Schmerzensgeld zahlen muss.

In einem Fall des Bundesarbeitsgerichts (Urt.v. 25.10.2007, Az. 8 AZR 593/06) wurde ein Krankenhaus im Grundsatz zur Zahlung von Schmerzensgeld verpflichtet, da der Oberarzt sich von seinem bei der Besetzung der Stelle bevorzugten Chefarzt gemobbt fühlte. Andererseits  wies das Landesarbeitsgericht Düsseldorf (Urt.v. 26.3.2013, Az. 18 Sa 602/12) die Schmerzensgeldklage einer städtischen Mitarbeiterinnen über 893.000 € zurück. Sie konnte nicht nachweisen, dass sie zielgerichtet gemobbt wurde. Dabei spielte auch eine Rolle, dass die Klägerin gleichfalls heftige Kritik an Kollegen und Vorgesetzten übte. Auch konnten allein in der berechtigten Ausübung des Direktionsrechts des Arbeitgebers keine schikanösenTendenzen erkannt werden. In größeren Betrieben und Verwaltungen  wurde die Problematik als solche erkannt und auch anerkannt. Vielfach werden „Konfliktlösungsverfahren“ angeboten. Ziel ist, meist unter Einbeziehung eines „Mediators“ das Verhältnis der Beteiligten zu entspannen. Lassen sich die Konfliktursachen aufdecken, löst sich mancher Konflikt vielleicht in Rauch auf. Insbesondere profitiert auch der Arbeitgeber, wenn der Arbeitnehmer unbelastet von emotionalen Beeinträchtigungen seiner Arbeit nachgehen kann.

Mobbing und Stalking gehen oft miteinander einher

Die Belästigung, Einschüchterung und Nötigung von Mitarbeitern können aber auch nach der Arbeit fortgesetzt werden. Aus dem Mobbing wird dann Stalking. Beides steht auf in einem engen Zusammenhang. Mobbing und Stalking treffen zusammen, wenn der Arbeitskollege das Opfer sowohl im Büro als auch zu Hause ständig belästigt. Hier kann sich der Arbeitnehmer auf den in 2007 eingeführten § 238 StGB berufen und den Täter anzeigen. Danach ist ein vom Gesetz als „Nachstellen“ bezeichnetes Verhalten strafbar. Stalking liegt allgemein vor, wenn der Täter die von einer anderen Person abgelehnte Kommunikation oder Annäherung mit einer gewissen Beharrlichkeit erzwingen will. Ausdrücklich wird das „Cyberstalking“ erfasst, bei dem der Täter durch die gezielte Verwendung personenbezogener Daten des Opfers mit Dritten Kontakt aufnimmt, beispielsweise Kontaktanzeigen im Namen des Opfers schaltet oder im Namen des Opfers Waren bestellt. Die Vorschrift schützt damit die psychische und physische Integrität des Opfers vor dem ungewollten Eindringen in seine private Sphäre und das unzulässige Einwirkung auf seine freie Lebensgestaltung.

 

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